Kläranlage Tann - Hangrutsch führt zu Straßensperrung

Die Kläranlage Tann wird ertüchtigt, hierzu ist auch ein neues Kombibecken erforderlich. Zur Errichtung dieses Beckens ist ein großflächiger Erdaushub erforderlich. Bei diesem Erdaushub ist es zu einem Hangrutsch gekommen. Gemäß Aussage des beauftragten Planungsbüros war die Ursache eine geologische Besonderheit, eine sog. Gleitschicht, die zuvor bei den geologischen Voruntersuchungen des Baugrunds nicht entdeckt wurde. Bei diesem Hangrutsch wurde auch die Staatsstraße oberhalb der Kläranlage in Mitleidenschaft gezogen und musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Dieser Vorfall ereignete sich Ende Juni und es wurden sofort weitreichende geologische Untersuchungen und Planungen eingeleitet, um den Hangrutsch zu stoppen. Bei diesen Untersuchungen wurde durch Bohrungen eine großflächige Gleitfuge in etwa 3,5 m Tiefe festgestellt. Auf Basis dieser Untersuchungsergebnisse wurden vom Geologen Möglichkeiten geprüft, mit welchen Maßnahmen der Hangrutsch dauerhaft gestoppt und somit die Staatsstraße wieder instandgesetzt und der Kläranlagenbau fortgesetzt werden kann.

Als kostengünstigste und vor allem am schnellsten umzusetzende Möglichkeit wurde dabei das sog. HZV-Verfahren ermittelt, bei dem der Hang durch mit Zementsuspension versetzte „Erdbetonscheiben“ stabilisiert wird. Dieses Verfahren ist auch bei der Hangstabilisierung der Kreisstraße zwischen Noppling und Gitzelmühle eingesetzt worden.

Nachdem jetzt diese Lösung durch den Bodengutachter mit den erforderlichen geotechnischen Berechnungen ausgearbeitet war und auch Angebote durch Fachfirmen vorlagen, hat der Marktrat Tann in einer eigens zu dieser Thematik angesetzten Sondersitzung die erforderlichen Aufträge vergeben. Da in der Staatsstraße auch die 20-kV-Hauptkabel für die Stromversorgung Tann, die Erdgasleitung für Tann als auch Telefonkabel verlaufen, sind vor Beginn  der Hangsanierung diese Versorgungsleitungen umzulegen. Um diese Arbeiten zu koordinieren und eine schnelle Sanierung sicher zu stellen, fand am 15. September ein Abstimmungstermin mit allen Beteiligten statt, bei dem auch der weitere Ablauf festgelegt wurde. Demnach soll bis Anfang Oktober die Umlegung der Versorgungsleitungen erfolgen, unmittelbar im Anschluss erfolgt die Hangstabilisierung und anschließend soll, soweit die Arbeiten planmäßig ausgeführt werden können und die Witterung mitspielt, noch im November die Staatstraße wieder hergestellt werden. Auch der Bau des Kombibeckens der Kläranlage soll noch in 2020 erfolgen. 

Bürgermeister Wolfgang Schmid ist sehr froh, dass es jetzt endlich weitergeht.

Er bedauert sehr die Unannehmlichkeiten, die durch die lange Straßensperre verursacht wurden. Schmid bittet um Verständnis bei den betroffenen Firmen, Landwirten und Privatpersonen, die von der Umleitung des Verkehrs betroffen sind. 

Hangstabilisierung
Gleitfuge

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