Sanierung der Grund- und Mittelschule Tann: Endlich geht`s los

Voraussichtliche Bauzeit 2 ½ Jahre – Geschätzte Baukosten  rund 8,2 Millionen Euro

Planungsdauer gleich Bauzeit. Bereits im April 2018 fasste das damalige Schulverbandsgremium den Sanierungsbeschluss, das zwischenzeitlich 50 Jahre alt gewordene Schulgebäude in der Dr. Baumgartner Straße durch  eine  Generalsanierung zeitgemäß zu ertüchtigen. Mit dem Ortstermin am letzten Freitag fiel nun der Startschuss. Die Großbaumaßnahme kann beginnen. 

Die Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung dauerte über Sommer und Herbst hin bis zum Jahresende. Noch im Dezember konnte  schließlich die Planungsarbeiten an das Architekten- und Ingenieurbüro Weber aus Ruhmannsfelden vergeben werden. Anfang 2019 nun begann die eigentliche Arbeit  der Planer. Gemeinsam mit der Schule und der Verwaltung der VG Tann erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme. Aufgrund des Alters des Gebäudes waren Planunterlagen nicht mehr umfassend  vorhanden, was die Arbeit der Planer nicht erleichterte.  Auch die Untersuchung und Prüfung der verbauten Materalien auf Schadstoffe nahm längere Zeit in Anspruch, zumal hierbei sehr akribisch vorgegangen wird, um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen.  Ein weiterer und zeitaufwändiger Teil der Planung fällt auf den Bereich der   Raumplanung. Bei einer zu erwartenden Förderquote von 50 % bis 60 % der förderfähigen Kosten ist der von der Regierung von Niederbayern letztlich genehmigte Raumbedarf nicht nur für die Schule selbst, sondern auch für den Sachaufwandsträger – also die beteiligten Gemeinden – von großer Bedeutung. Baurechtliche Belange wie Dach- und Fassadengestaltungen, Brandschutz, Fluchtwege und vieles mehr waren mit den Beschlussgremien, der Baubehörde im Landratsamt sowie den Fachbehörden Schulamt und Regierung von Niederbayern bei zahlreichen Gesprächen und Ortsterminen abzustimmen. All das und das Vorbereiten und Stellen der Förderanträge beanspruchte ein weiteres komplettes Jahr.

 Neues Gremium – neue Ideen – Kostensteigerung  und Corona

Die Kommunalwahlen, baurechtliche Auflagen und natürlich auch die Corona-Pandemie brachten den angedachten Zeitplan gehörig durcheinander.

Am 15. März dieses Jahres wurde in den Kommunen in Bayern gewählt. Es war klar, dass dies auch Auswirkung auf das Schulverbandsgremium in Tann haben wird. Das Gremium wird sich in wichtigen Teilen erneuern, das stand fest. Der bisherige Schulverbandsvorsitzende und Bürgermeister von Tann, Adi Fürstberger und sein Stellvertreter, der Bürgermeister von Reut, Otto Haslinger, traten  aus Altergründen nicht mehr zur Wahl an. Keine leichte Aufgabe für die neu gewählten  Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden Tann Wolfgang Schmid und Reut  Alois Alfranseder. Mit großem Elan wurde die Aufgabe angepackt – dann kam  Corona. Eine weitere Hürde auf dem mühevollen Weg zu einer erfolgreichen Schulsanierung. Die neuen Mandatsträger brachten neue Ideen und Vorschläge in die Gestaltungsdiskussionen. Eine nachträglich nun beschlossene Belüftungsanlage wäre  wohl ohne Corona  nicht installiert worden. Auch wenn dieser nachträgliche Beschluss die Baukosten um rund eine halbe Million erhöht, war dies nach aktuellem Wissensstand eine gute Entscheidung.

Bauzeit – Erläuterung der Maßnahmen – bisher erfolgte Vergaben

Zum  offiziellen Baubeginn begrüßte Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Wolfgang Schmid zum „Spatenstich“ neben den Bürgermeisterkollegen aus Reut Alois Alfranseder und aus Zeilarn Werner Lechl, Rektorin Bernadette Prähofer, Konrektor Alois Scheid, Schulrätin Bianca Luczak, Johannes Weber und Dominik Bielmeier vom Planungsbüro Weber aus Ruhmannsfelden sowie die Firmenvertreter Christoph und Manfred Gumpendobler aus Tann sowie von der Firma Rießer Bau GmbH Herbert Rießer und Edin Fazlic. Nach den kurzen Grußworten des Verbandsvorsitzenden überreichte der Chef des Planungsbüros Weber, Johannes Weber,  dem „Bauherrn“ symbolisch einen großen Abbruch-Hammer  mit den Worten: „Pack ma`s an!“

In kurzen Ausführungen gab anschließend der Planer einen Überblick über das Bauvorhaben.

Bei dem Gebäudekomplex handele es sich um ein Schulgebäude, welches in drei Bauabschnitten erstellt wurde. Das Hauptgebäude mit zugehöriger Turnhalle und Verbindungsgang sei Ende der 1960 Jahre erstellt und je nach Bedarf mit einer Vielzahl von Kleinmaßnahmen provisorisch erneuert worden. Im Jahr 1996 sei wegen Platzbedarf ein zweistöckiger Zwischenbau errichtet worden , der nun nach 25 Jahren ebenfalls in die Sanierungsmaßnahmen einbezogen wird. An dem im Jahr 2000 erstellten Anbau mit Mensa sind im Zuge der Generalsanierung keine Maßnahmen vorgesehen. Ebenfalls nicht betroffen von der Sanierung sei die an der Westseite angrenzende Turnhalle.   

Zweck der Generalsanierung müsse es sein, so Weber, die Schule mit dem Großteil der Klassenzimmer, den Zwischenbau aus dem Jahre 1996 sowie die technischen Anlagen inkl. Leitungen für den gesamten Gebäudekomplex zu sanieren und auf einen aktuellen und modernen Stand zu setzen, um den vom Staat vorgegebenen Energiesparkurs und das digitale Anspruchsdenken im Lernprogramm umsetzen zu können, sowie den Brandschutz nach den aktuellsten Richtlinien gewährleisten zu können. Durch einen Anbau an das alte  Schulgebäude im Süden wurde ausreichend Raum für die Mittagsbetreuung geschaffen. Aufgrund fehlender Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen im Innenbereich, sowie der weit zurück liegenden Erweiterung des Schulgebäudes sei eine Erneuerung der Fenster und der Innenausstattung wie Böden, lose Ausstattung usw. zwingend erforderlich.     

Als Hauptsanierungsmaßnahme bezüglich Energieeinsparung sei ein Wärmedämmverbundsystem mit eingehendem Fensteraustausch geplant. Das bisherige Satteldach des Hauptgebäudes, das altersbedingt  ohnehin erneuert werden müsste, werde nun durch ein Pultdach auf die komplett neu gedämmte oberste Geschossdecke aufgesetzt. Aktuell gehe ein Großteil der aufgebrachten Energie durch den nicht gedämmten Dachraum an die Außenluft verloren.

Der Dachraum werde nicht ausgebaut. Er diene weiterhin als provisorische Lagerfläche. Johannes Weber betonte, dass das Pultdach auch deshalb gewählt wurde, um den alten Gebäudeteil optisch an den modernen Mensa-Anbau anzupassen und um alle notwendigen Geräte wie Lüftung usw. im Dachraum unterzubringen. Ein Blickfang der Gestaltung, so Weber weiter, werde der Eingangsbereich des Hauptgebäudes sein. Dieser soll durch eine zweistöckigen Anbau aufgewertet und damit eine aktuell fehlende Aula geschaffen werden.

Die bisherige provisorische Fluchttreppe an der Nordseite wird durch ein außenliegendes Treppenhaus in Stahlbauweise ersetzt werden. Dabei soll durch eine entsprechende Verkleidung des Treppenhauses ein weiteres modernes Ansichtselement gesetzt werde.

Den geplanten Sanierungsaufwand stellte Johannes Weber in 15 Punkten wie folgt dar:

  1. Austausch/Umbau der Rauch- und Brandschutztüren sowie Nachrüsten von Obertürschließern und RWA- Anlagen in den Treppenhäusern in Abstimmung mit dem Brandschutzkonzept.
  2. Energetische Sanierung des Dachstuhles durch Abbruch des bestehenden Dachstuhles und neue Dachstuhlkonstruktion inkl. Deckendämmung.
  3. Schallschutzmaßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik in allen Gruppenräumen.
  4. Ertüchtigung und Erweiterung der Rettungswegbeleuchtung, des Hausalarms, der brandmeldezentrale und der Sicherheitsbeleuchtung.
  5. Erneuerung bzw. Erweiterung der medientechnischen Anlagen in den Klassen- und Gruppenräumen.
  6. Ausstattung der Klassen- und Gruppenräume mit einer zentralen Lüftungsanlage.
  7. Austausch der kompletten Fensterelemente und Eingangstüren.
  8. Austausch und Erneuerung der kompletten Sonnenschutzanlagen (Raffstores).
  9. Notwendige Bauteildämmung im Außenbereich, damit die Mindestanforderungen an den Wärmeschutz erfüllt werden.
  10. Austausch und energieeffiziente Regulierung der Wärmeversorgungsanlagen.
  11. Erneuerung der kompletten, festen Möblierung der Klassenräume, der Verwaltung sowie der Fachräume.
  12. Umbau der Räume des Verwaltungs- und Lehrerbereiches.
  13. Umbau bestehender Räumlichkeiten für zeitgemäße Umsetzung der Lehrplanverordnung.
  14. Erneuerung aller Sanitäranlagen
  15. Einbau einer zentralen Lüftungsanlage für die Klassenzimmer

Johannes Weber gab als Bauzeit November 2020 bis Frühjahr 2023 also etwa 2 ½ Jahre an.

Er führte dabei aus, dass die Arbeiten während des Schulbetriebes auszuführen seien und natürlich, soweit es geht, auch  in der Ferienzeit erledigt werden. Abschließend nannte er noch die bereits vergebenen Bauleistungen mit Baumeisterarbeiten Treppenturm, Schlosserarbeiten Treppenturm, Baumeisterarbeiten Hauptgebäude, Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten, Heizungsinstallationsarbeiten, Sanitärinstallationsarbeiten und Elektroarbeiten.

Die Ausführungen von Johannes Weber ergänzte Dominik Bielmeier vom Planungsbüro zur Fassadengestaltung. So werde bei der Fassadengestaltung auf 24 ausladende Kästen zurückgegriffen, welche ca. 40 cm aus der Ostfassade, also zur Straßenseite,herausragen werden. Diese Rahmen werden mit bunten Blechen ausgekleidet, womit ein stimmiges, einladendes Gesamterscheinungsbild entstehe. Die Schüler konnten über zwei Varianten abstimmen und wirkten somit aktiv bei der Gestaltung ihres Schulgebäudes mit. Als besonderes Highlight betrachte er den neuen Kubus, also den Anbau im Eingangsbereich, der dazu beiträgt einen großen Mehrzweckraum für die Grund- und Mittelschule zu erhalten. Auch auf der Innenhofseite werden die Raffstoreblenden in mehreren Farben ausgeführt und mit der ebenfalls farbigen Verkleidung des Außentreppenturmes soll damit das Fassadenkonzept abgerundet werden.

Auch zum Bereich des Betriebes der Sanitäranlagen habe man sich Gedanken gemacht und folgende Lösung erarbeitet, so Bielmeier. Im ersten Bauabschnitt werden die gesamten Sanitäranlagen des Hauptgebäudes saniert. Für die Übergangszeit von ca. einem Jahr werden den Schülern und Lehrkräften drei Sanitärcontainer zur Verfügung gestellt. Zwei davon werden im Innenhof zwischen dem Schulgebäude und der Turnhalle errichtet und der dritte Container wird vor dem Mensagebäude platziert. Die Zugänge zu den Containern werden überdacht und eingehaust, damit die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrkräfte trockenen Fußes zu den Toiletten kommen. Selbstverständlich werden die Sanitäranlagen im Winter geheizt und auch den Corona-Auflagen entsprechend ausgestattet, schloss Dominik Bielmeier seine Ausführungen.

Freudiger  Dank des Bürgermeisters  – Grüße und Wünsche der Schule und des Schulamtes

Auch wenn er selbst nicht unmittelbar „Hand anlegen will“, so freue sich Bürgermeister und Schul-Verbandsvorsitzender Wolfgang Schmid sehr, dass es jetzt endlich mit der Sanierung losgehe. Den Abbruch-Hammer nehme er als symbolisches Zeichen gerne entgegen. Die seiner Ansicht nach längst überfällige Generalsanierung  der Grund- und Mittelschule Tann könne nun starten und er hoffe trotz Pandemie auf eine guten und termingerechten Bauablauf. Gemeinsam mit der Rektorin Bernadette Prähofer könne er nach derzeitigem Stand der Planungen und Vorbereitungen sagen, dass während der Umbauzeit der Regelschulbetrieb in den bestehenden Gebäuden gewährleistet ist. Ohne unvorhersehbaren Gegebenheiten vorzugreifen, ist eine Auslagerung von Klassen an andere Standorte nicht erforderlich. Den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften an der Tanner Grund- und Mittelschule stehe nach Abschluss der Maßnahmen eine top-moderne Lernumgebung zur Verfügung, so Wolfgang Schmid und er ergänzte wörtlich: „Dies ist ein notwendiger Schritt, um den Schulstandort Tann und damit auch die Attraktivität unserer Marktgemeinde zu sichern.“ Zusammen mit der Rektorin Bernadette Prähofer wünschte Bürgermeister Wolfgang Schmid abschließend allen beteiligten Firmen einen erfolgreichen und unfallfreien Bauverlauf. Beide bedankten sich bereits jetzt für die bisher gute Zusammenarbeit und beide bitten Schüler, Lehrer, Eltern und das gesamte Schulpersonal um Verständnis für die zu erwartenden Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Last, but not least bedankte sich an diesem für die Schule Tann so wichtigen Ereignistag die anwesende Schulrätin Bianca Luczak für die Entscheidung des Schulverbandes diese Sanierung nun durchzuführen. Mit dem Votum hätten die Entscheidungsträger einen wesentlichen Beitrag für den Erhalt und die Weiterentwicklung der hier vorhandenen Kompetenzen geleistet. Die Sanierung setze die Schulfamilie in die Lage, ihre pädagogische Arbeit sowie anstehende Schulentwicklungsprozesse zeitgemäß zu gestalten, um den vielfältigen Bedürfnissen der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler in zeitgemäß ausgestatteten Räumlichkeiten gerecht werden zu können.

Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Wolfgang Schmid (rechts) nimmt den Abbruch-Hammer von Architekt Johannes Weber entgegen.

Vorne von links nach rechts: 

Johannes Weber und Dominik Bielmeier (Büro Weber), Bgm. von Tann Wolfgang Schmid, Schulrätin Bianca Luczak, Rektorin Bernadette Prähofer, Bgm. von Reut Alois Alfranseder, Konrektor Alois Scheid, Bgm. von Zeilarn Werner Lechl

Hinten von links nach rechts:  

Christoph und Manfred Gumpendobler (Gumpendobler Bau GmbH, Tann), Herbert Rießer und Edin Fazlic (Rießer Bau GmbH, Pfarrkirchen)

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